Brauereienlauf 2026

Wir hatten uns schon im Frühjahr zum Brauereienlauf angemeldet, thematisch passend aus einer Bierlaune heraus. Die Halbmarathonstrecke logischerweise, alles andere hätte auch nicht gepasst. Immerhin hatte die Schwägerin schon mal einen 5 km Lauf erfolgreich absolviert – und das ohne Training! Ein Naturtalent. In einer lauen Sommernacht konnte ich dann noch einen frisch gebackenen 10 km Finisher überreden. Was für ein Team!

Das Kind 1 war recht zielstrebig im Sommer und peilte eine „unter-2-Stunden-Zeit“ an, der 10 km Finisher hat tiefgestabelt und war mit 2,5 Stunden fein. Die Schwägerin hat kurzerhand die Seiten gewechselt und sich als Boxenluder eingebracht. Was wir alle nicht auf dem Radar hatten, waren die Rahmenbedingungen und das waren 270 Höhenmeter, ein Faltbecher und 5 Verpflegungsstops mit Bierausschank und fränkischer Brotzeit.

Dann halt ein Fun-Run, locker machen, genießen. Die Sache ist, man läuft nicht einfach mal so locker 21 km, vor allem nicht mit 270 Höhenmetern, den Verpflegungstopps zum trotz oder wahrscheinlich eben des wegen. Ein paar Becher Bier im Bauch und eine kleinen Brotzeit sind bekanntlich eine gute Grundlage. Am Ende war es schon eine ganz witzige Angelegenheit, aber anstrengend, denn 21 km sind einfach 21 km und die läuft man halt unter solchen Gegebenheiten nicht in zwei Stunden, sondern in drei. Und drei Stunden Sport sind echt nicht ohne! Jaja, nächstes Jahr wieder.

Deep Cuts

Der Mentor hat wieder eingeladen. Dieses Mal hat er mit seiner Truppe ein Musiktheater oder Musical am Start – ich kenn mich da net aus, jedenfalls wurde viel gesungen. Sehr gut gesungen. Was Deep Cuts sind, wusste ich bis vorhin noch nicht, jetzt weiß ich es, ich berichte quasi von einem Bildungsaufenthalt mit musikalischer Umrahmung beim Mentor in Fürth. Haben sie wieder prima gemacht. Was mir aufgefallen ist, ist dass die Aufführungen mittlerweile fast immer ausverkauft oder mindestens sau gut besucht sind. Verdient. Nächste Woche gibt’s nochmal die Möglichkeit, also auf nach Fürth und Deep Cuts anschauen und -hören!

Erster Tag vom letzten Jahr

Wir müssen diesen Tag ganz bewusst angehen, denn 100 % meiner beiden schulpflichtigen Kinder starten heute in ihr letztes Schuljahr. Das Kind 1 macht danach Abi und das Kind 2 seinen Realschulabschluss. Dann sind wir fertig mit diesem Lebensabschnitt und können wieder Urlaub machen wann wir wollen.

Radelglück

Dieses Jahr war unsere Urlaubsplanung echt phänomenal! Zum großen Finale noch eine super Radtour, da ist der Aufprall beim Wiedereintritt in die Arbeitswelt ziemlich hart. Wie unten beschrieben, bin ich mit dem Rad von Garmisch nach Lavis gefahren. Das war ein super Urlaubsabschluss!

Auf Insta habe ich mir ein paar Videos von Bike-Packern angeschaut und wusste grob, wie man das Gepäck verteilen muss: eine Tasche, in die das Zeug kommt, an das man schnell ran kommen muss, eine andere für den Rest – und schwere Sachen nahe am Rahmen. Nächste Frage war dann was man auf so einen Trip alles mitnimmt. Eine Garnitur bei Abfahrt am Körper und eine auf Reserve, Regenklamotten, was für abends und ein Paar Flip-Flops. Flip-Flops sind wichtig. Und Werkzeug.

Mein Setup sieht man im Bild: Vorne in die Lenkertasche habe ich das Zeugs gepackt, das ich nur abends benötigt habe, in der Arschrakete waren die Regenklamotten und in der Rahmentasche waren Netzteil, Kabel, Licht usw., in der Oberrohtasche Schloss, Sonnencreme und Tempos. Das Werkzeug konnte ich komplett in der Gepäckflasche unterbringen. Das hat insgesamt gut gepasst, allerdings waren die Taschen schon bei Abfahrt prall gefüllt, so hatte ich keine Möglichkeit noch zusätzliche Sachen unterzubringen, was z.B. dazu geführt hat, dass ich zum Essen immer eingekehrt bin.

Am ersten Tag hatte ich wettertechnisch Glück, Tag 2 und 3 waren ziemlich verregnet. Dafür hat dann aber der letzte Tag voll entschädigt: Spitzen Wetter, spitzen Etappe und am Nachmittag dann ein spitzen Empfang in Lavis, nass wurde ich da dann zwar auch, allerdings nur von der standesgemäßen Sektdusche.

Was ich mitnehme: ich bin ein zäher Hund, denn ein paar Anstiege waren echt nicht ohne. Schieben ist nicht schlimm und schont Mensch und Material. Die Regentage waren erträglich, weil ich wusste, dass ich abends eine warme Unterkunft habe. Klamotten braucht man weniger als man glaubt. Alleine unterwegs zu sein entspannt ungemein. Und: auf meine Buddies kann ich mich echt verlassen! Selten war ich so zufrieden mit der Gesamtsituation. So eine Tour will ich auf jeden Fall mal wieder machen!

Nach Lavis mit dem Rad

Langsam wird es ernst! Eigentlich sollte ich nicht nervös sein, weil ich mich gut vorbereitet habe, aber ich bin trotzdem nervös. Das ist wahrscheinlich das Lampenfieber, aber bei dem was ich vorhabe, gibt es nur zwei kleine Lampen, eine hinten und eine vorne am Fahrrad, beide sind aufgeladen. Drei genau genommen – Ersatzrücklicht. Lampenfieber ist also eher nicht angebracht.

Gestern habe ich die einzelnen Etappen der Tour nochmal genau in Komoot nachgezeichnet und sie der Chefin gegeben, damit die auch weiß was ich genau vor habe. Aber im Endeffekt ist das ganz leicht: Wir sind am Wochenende in Lavis und ich fahr da mit dem Rad hin. Allerdings nicht ab Nürnberg, sondern ab Garmisch, Anreise mit der Bahn incl. Umsteigen. Gleich Spannung in der Früh!

Bei Insta machen sie immer 140 oder 180 km am Tag und schlafen danach in einem Zelt, Typ Dackelhütte, davon hat mir eine Bekannte bei der ersten Tour abgeraten – „Mach am Anfang nicht gleich zu große Etappen“ hat sie gesagt, deshalb habe ich 4 statt 3 Tagen geplant. Und der Schwager sagt, dass ich nicht gleich am ersten Tag „überpacen“ soll, cooles Wort. Dann überpace ich mal nicht.

Größtenteils fahre ich den Radweg Via Claudia Augusta, am ersten Tag geht es gleich über den Fernpass. 850 Höhenmeter und 5 Stunden sind für den Einstieg ok. Das schaffe ich. Im Urlaub letztes Jahr habe ich vor dem Frühstück öfters 500 Höhenmeter gemacht.

Am zweiten Tag steht wahrscheinlich die schwierigste Etappe auf dem Programm, es geht vom Imsterberg über den Reschenpass nach Reschen. Die eigentliche Route ist gesperrt, jetzt muss ich einen Umweg über die Schweiz machen. Vielleicht sehe ich einen Alphornspieler oder einen Toblerone-Verkäufer.

Tag 3 wird ein Chilltag. Das Hotel hat ein Pool und ich eine Badehose, das könnte was werden. Vielleicht schau ich auch bei der Brauerei Forst vorbei, würde sich anbieten.

Der letzte Tag hat zwar die meisten Kilometer, aber es geht fast nur bergab oder ist gerade. Vielleicht mache ich noch noch eine kleine Extrarunde, weil mit 100 km könnte man besser flexen. Andererseits möchte ich pünktlich ankommen. Da muss man flexibel sein.

Also, das ist der Plan. Mal schauen wie es wird.

Madeira #5

In den letzten Jahren haben wir fast immer in Ferienwohnungen gewohnt, zweimal waren wir auch All-Inclusive weg. In Ferienwohnungen kocht man selbst, kauft ein wie zuhause oder hat vielleicht sogar was von daheim mitgebracht. Bei All-Inclusive muss man sich um die Versorgung überhaupt nicht kümmern, das ist auch ganz ok. Hier haben wir nur Frühstück im Hotel gebucht, d.h. wir müssen abends Essen gehen. Da wir mitten in der Altstadt, also im Touristenviertel, wohnen, ist das relativ teuer!

Wenn wir hier in der Hood zu viert essen gehen, dann kostet das gut 100 Euro. So viel Geld will ich nicht jeden Tag ausgeben, deshalb haben wir etwas experimentiert, haben Toast, Salami, Gurken und Oliven gekauft und am Strand gegessen (die günstigste Alternative), haben, als wir mit dem Mietauto unterwegs waren, außerhalb gegessen und sind auf 70 € gekommen oder – und das ist der Favorit – im Supermarkt an der heißen Theke gegessen. In den großen Supermärkten hier gibt es Buffets mit allem möglichen und einer ganz guten Qualität. Hier landen wir bei 40 €, das freut mich, gefällt den Kindern und schont die Reisekasse. Teuer in den Urlaub fliegen und günstig im Supermarkt essen gehen, das passt gut zu uns.

Madeira #4

Nachdem wir jetzt ein paar Tage lang die Stadt und das, mit dem Bus erreichbare, Umland unsicher gemacht haben, haben wir uns jetzt ein Auto gemietet und sind auf die andere Seite der Insel gefahren. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht wo Lorbeerblätter her kommen, jetzt weiß ich sie kommen vom Lorbeerbaum. Lorbeerbaumwälder gibt es in Madeira grob oben in der Mitte der Insel.

Diese Bäume samt Umgebung haben etwas mystisches, man muss da immer an Herr der Ringe denken. Der Wald in dem wir wandern waren liegt recht hoch und wir hatten wieder das Phänomen dass sich die Wetterlage innerhalb von 5 Minuten komplett geändert hat. Wir sind los gelaufen und konnten keine 50 m weit schauen, plötzlich kam der Wind und hat die Wolken weg geweht und wir waren voll geflasht von der Umgebung und – BÄÄM – plötzlich zog der Nebel wieder auf und standen mehr oder weniger im Nichts.

Das Automieten ist auch so eine Sache. Man kann es gleich in Deutschland über den Reiseveranstalter machen, am Flughafen bei der Landung, irgendwo direkt bei einer Vermietung oder direkt im Hotel. Wir haben uns für letzters entschieden, das ist auch sinnvoll, denn sobald man ein Auto hat, stellt sich die Frage wo man es parkt. Und Parkplätze sind hier ziemliche Mangelware uns sehr sehr eng! Unser „Premiummodell“ war ein Seat Ibiza mit Handschaltung. Wer in Kirchehrenbach im Dorf an der Ampel beim Staffelgötz an der Hauptstraße anfahren kann, ist für einen Einsatz in Funchal jedenfalls gut vorbereitet. Wobei ich schon ein paar Mal echt schwitzige Hände hatte. Junge, junge sind die Straßen hier steil!

Madeira #3

In Madeira sind die Zuleitungen zum Haus, wie in auch in anderen südlichen Ländern, außen am Anwesen angebracht. Das ist für Leute vom Fach ganz interessant. Auf dem Bild oben sieht man zwei Sachen, zum einen Smart Meter (oder digitaler Stromzähler), die werden hier überall verbaut, und zum anderen kommen aus dem Hausanschluss nur zwei Leitungen raus, d.h. man kriegt hier nur eine Phase.

Das mit der einen Phase scheint in südlichen Ländern auch normal zu sein – wusste ich nicht. Jetzt ist mir auch klar warum das mit den Induktionsherden im Süden so scheiße läuft. Was mich aber echt nervt ist, dass Smart Meter hier Standard sind und in jede Ruine gebaut werden und es bei uns seit Jahren ein hin und her gibt, ob, wann, wie, welche Technik, mit Abschaltmöglichkeit oder ohne, Bla Bla.

Dabei müsste es doch im eigenen Interesse des Netzbetreibers sein, zu wissen wann und wo wieviel Strom durch die Leitung geht. Das interessiert ja sogar mich als Kunde wann bei mir wieviel Strom verbraucht wird. Das ist so ein typisch deutsches Diskussionsding, wo jede Lobby was anderes will und die generellen Vorteile komplett ausgeblendet werden.

Madeira #2

Man sagt uns ja nach den halben Urlaub zu verschlafen, dieses Mal hatte die Chefin aber eine Frühschicht mit eingeplant, nämlich eine Sonnenaufgangswanderung und zwar nicht irgendwo, sondern an einem der höchsten Berge von Madeira. Wir mussten schon um kurz vor Fünf Uhr (!) aufstehen, zum Busbahnhof laufen und sind von dort aus auf den Pico do Arieiro gefahren. Im Dunkeln sind wir dann noch zu einer Aussichtsplattform gewandert und haben gewartet.

Dort oben war es ungefähr 20 Grad kälter als unten in der Stadt und es hat ein Wind geweht, Hechtsuppe hoch 10 im Quadrat, Donnerwetter! Klar im Nachteil, wer keine Winterklamotten dabei hatte. Zwischen ein paar Büschen haben wir zusammengekauert gewartet, bis diese Sonne endlich aufging. Kurz vor Sonnenaufgang ist ein Wind samt Wolken über das Areal gezogen, wie ich es noch nicht erlebt hab, ungefähr wie bei The Fog – Nebel des Grauens, nur ohne Grauen.

Vom Sonnenaufgang haben wir dann zwar recht wenig gesehen, aber dafür ein Nebelnaturschauspiel der Superlative aus Wolken, Wind und Sonnenstrahlen. Später sind wir dann noch einen Trail über den The Stairway to Heaven gegangen, das war schon aller erste Sahne, aber auch ganz schön anstrengend, so ungefähr 280 Höhenmeter anstrengend.

Ich kann jetzt auch gut verstehen warum man für einige Trails auf Madeira Eintritt bezahlen muss: als wir da oben am Berg auf die Sonne gewartet haben, ging es da zu wie an einem schönen Sonntag beim Walberla-Fest. So viele Menschen und so viele Drohnen, Wahnsinn! Da hat Instagramm echt viel Schaden verursacht. Nichtsdestotrotz, war die Wanderung ein echtes Highlight!

Madeira #1

So schaut das aus wo wir gerade sind (von einem Kirchturm aus betrachtet): Funchal, das ist die Hauptstadt von Madeira. Dass man hier gut wandern kann, würde man auf den ersten Blick vielleicht nicht erwarten, ist aber so – zumindest hinten oben in den Bergen und links und rechts von der Stadt. Von den Wolken darf man sich nicht abschrecken lassen, die hängen an den Bergen fest, habe ich irgendwo gelesen, Richtung Meer ist keine Wolke zu sehen. Was man wissen muss ist, dass CR7 von hier kommt und, dass es auf der Insel eine Brauerei namens Coral gibt, auf die sind die Leute hier ungefähr so stolz wie auf CR7.

Laufen gehen kann man hier auch, es gibt da zwei Strategien, entweder man rennt und an der Promenade an Meer entlang oder man rennt den Berg rauf, das kann sehr steil werden, dann auf einer Ebene am Berg und dann wieder runter. Ich denke man kann sich hier prima auf den Bamberger WKL vorbereiten. Radfahrer sieht man hier keine, nicht mal E-Biker. Die Busfahrer in Funchal müssen ziemlich abgebrüht sein, Busse fahren hier durch und auf Straßen, da vermutet man auf den ersten Blick kein so ein großes Gefährt, da ist das Fürther Zentrum ein Witz dagegen.