
Die Geschichte heute ist dramatisch, nix für schwache Nerven. Es geht um meine Schuhe, nicht irgendwelche Schuhe sondern ganz besonderen, es geht – dem Wetter angemessen – um meine Sandalen! Diese Sandalen begleiten mich schon sehr lange, ich muss etwas ausholen.
Früher bei dem Audi, da gab es so etwas wie einen inoffiziellen Dresscode: Lange Hose, Hemd und saubere Schuhe, was im Endeffekt bedeutete, dass man irgendwelche Lederschuhe getragen hat. Später kam dann noch dazu, dass die Schuhe idealerweise farblich zum Gürtel passen. Man merkt schon wir bewegen uns weit vor der Sneaker-Manager-Ära. Auch damals war es schon heiß und so kam ich auf die Idee dem Dresscode ein Schnippchen zu schlagen und habe mir sehr wertige Sandalen gekauft und habe die – Obacht – ohne Socken getragen, mindestens 6 – 7 Arbeitstage pro Jahr. Die Sandalen waren zwar nicht bequem, haben aber für Abkühlung gesorgt.
Gestern war es sehr heiß und ich musste ins Büro und ich musste dann wieder an die gute alte Zeit denken – und an die Sandalen. Im Keller habe ich sie gleich gefunden und bin dann auch schnell aufs Rad gestiegen und los gefahren. Unterwegs hat sich dann irgendwas komisch angefühlt und bei einer roten Ampel habe ich die Sache dann mal genauer betrachtet und musste feststellen, dass sich die Sole auflöst. Als nicht ablöst, sondern Stück für Stück wegbricht, weggebrochen ist. Tatsächlich hatte ich an beiden Schuhen nur noch jeweils ein kleines Stück Sohle.
So kannst du nicht ins Büro! und deshalb bin ich nochmal heim gefahren, hab die Schuhe gewechselt und bin wieder los gefahren. Auf den erneuten Weg zur Arbeit bin ich mir dann vorgekommen wie bei einer, von der Schuhlobby gesponserten, Neuinterpretation von Hänsel und Gretel: immer wieder habe ich Teile meiner Sole gefunden, das hat mich sehr berührt. Die guten Schuh! Jetzt, wo ich offensichtlich sandalenlos bin, stellt sich die Frage, ob der modebewusste Schönwetterinformatiker 2027 überhaupt noch Sandalen braucht? Ich bin emotional aufgewühlt.






